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Wie hat sich die Automobilproduktion in den vergangenen 25 Jahren verändert?

Anlässlich seines 25. Jahrestages erinnern sich zwei Mitarbeiter von SEAT an die bedeutendsten Veränderungen im Produktionswerk Martorell. Ergonomie und Roboter-Support sind nur zwei von vielen erfolgreichen Schritten in Richtung Industrie 4.0. Die Produktionszeit eines neuen Autos ist von 60 auf 16 Stunden gesunken. Das Produktionswerk Martorell wurde grösser, und zwar um 400 Fussballfelder, und produzierte in den vergangenen 25 Jahren knapp 10 Millionen Autos. Eröffnet wurde SEAT Martorell im Jahr 1993. 2018 feierte das Werk seinen 25. Geburtstag

 

 

«Ich war erst 18, als ich das Produktionswerk Martorell zum ersten Mal betrat, und ich erinnere mich noch an die Olympischen Spiele, die kurz davor in Barcelona stattgefunden hatten. Ich war damals Lehrling, und meine Kollegen und ich hatten grosse Erwartungen an die Zukunft – alles war neu, und uns wurde gesagt, dass Martorell das modernste Produktionswerk Europas wäre»,  erinnert sich Juan Pérez an seine ersten Tage im spanischen SEAT Werk vor 25 Jahren. Heute leitet er hier die Press Processes. Wie Juan erlebte auch sein Kollege Victor Manuel Díaz – heute für Teamwork, Standardisation und Shopfloor Management zuständig – in den vergangenen 25 Jahren bedeutende Veränderungen im Werk:

Wie hat sich die Automobilproduktion in den vergangenen 25 Jahren verändert?

- Ein gigantisches Werk, das wie ein Labor aussah: «Sie gaben mir einen roten Schutzanzug, den heute keiner mehr trägt, und ich betrat die Karosseriewerkstatt mit dem grössten Respekt. Alles war so sauber, dass ich dachte, ich wäre in einem Labor», erinnert sich Juan Pérez. Victor Manuel Díaz, der mit 20 seine Arbeit im Assembly Shop 8 begann, wird seinen ersten Eindruck nach dem Betreten des Werks nie vergessen: «Es war gewaltig und so lichtdurchflutet. Autos fuhren auf Aufzügen rauf und runter. So etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen», erzählt er. Am Anfang war das Produktionswerk Martorell 404’000 m² gross. Über die Jahre wuchs es auf insgesamt 2’800’000 m². Das entspricht einem Zuwachs von 400 Fussballfeldern.

  • In den letzten 25 Jahren produzierte das Werk 39 verschiedene SEAT Modelle.
  • Die heutige Produktion ist digitalisiert und vernetzt.
  • 25 Jahre später hat sich die Ergonomie für die Mitarbeitenden enorm verbessert.

- Ich habe an meinem ersten Auto mitgearbeitet: Martorell startete 1993 mit der zweiten Generation des SEAT Ibiza und mit dem SEAT Cordoba – zwei Modellen, an denen sowohl Victor Manuel Díaz als auch Juan Pérez mitarbeiteten und an denen beide sofort Gefallen fanden: «Besonders gut erinnere ich mich an den SEAT Cordoba. Das war mein erstes Auto. Ich habe jeden Tag an diesem Auto gearbeitet und mich sofort in das Modell verliebt», erzählt Víctor Manuel. Für Juan «wurde der marineblaue SEAT Ibiza zum täglichen Begleiter auf meinen Abenteuern. Ich hatte gerade erst meinen Führerschein bekommen. Der Ibiza wird für mich immer etwas Besonderes bleiben.» In den vergangenen 25 Betriebsjahren produzierte Martorell 39 verschiedene Modelle. Einige davon, darunter der Ibiza, gehen mittlerweile in ihre fünfte Generation.

  • Die Produktionszeit eines neuen Autos ist von 60 auf 16 Stunden gesunken.
  • 1993 zählte das Werk Martorell 6’000 Arbeiter. Heute sind es doppelt so viele.
  • Auch die Grösse des Werks wuchs, und zwar auf insgesamt 2’800’000 m² – oder anders gesagt: um 400 Fussballfelder.

- Als Arbeiter zehn Kilometer pro Tag zu Fuss zurücklegten: Für die Arbeiter war das Werk ein regelrechtes Labyrinth: «Wenn es Zeit wurde, nach Hause zu gehen, konnte ich den Raum zum Umkleiden nicht finden. Es war so einfach, sich zu verlaufen», erinnert sich Juan Pérez. «Bis zu zehn Kilometer legten wir pro Tag zu Fuss in diesem Labyrinth zurück; viel mehr als heute», vergleicht Víctor Manuel. Heute gibt es 125 Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), die die Mitarbeitenden unterstützen, indem sie täglich 23’800 Teile über eine unsichtbare Streckenführung durch das gesamte Werk transportieren.

  • Heute unterstützen 125 fahrerlose Transportfahrzeuge die Arbeiter.
  • In diesem Vierteljahrhundert verliessen knapp 10 Millionen Autos das Werk.
  • Roboter übernehmen den Zusammenbau der Karosserie.

- Vom schweren Hocker zum ergonomischen Stuhl: 25 Jahre später hat sich die Ergonomie für die Mitarbeitenden enorm verbessert. Eine der vielen Veränderungen blieb Victor Manuel besonders gut in Erinnerung: «Wir mussten früher immer einen schweren Hocker ins Auto stellen, auf dem wir sassen, während wir die Innenausstattung montierten. Das empfanden viele als sehr mühsam.» Heute gibt es ergonomische Stühle namens «Raku Raku», die das Leben der Arbeiter leichter machen. Sie gleiten damit sitzend ins Auto und haben alle Materialien, die sie benötigen, stets bei der Hand.

- Von 60 auf 16 Stunden für die Produktion eines neuen Autos: 84 Roboter tragen in einer Kabine dünne Lackschichten auf, und hochmoderne Scanner kontrollieren in nur 43 Sekunden, ob die Oberfläche gleichmässig ist. Die heutige digitalisierte und vernetzte Produktion macht es möglich, 2’300 Autos pro Tag zu bauen. Vor 25 Jahren waren es täglich 1’500 Autos. Heute rollt alle 40 Sekunden ein neues Fahrzeug aus dem Werk. Virtuelle Realität, 3D-Druck und Augmented Reality sind weitere wichtige Schritte, die in Richtung Industrie 4.0 bereits erfolgreich gemacht wurden.

  • Das Produktionswerk in Martorell hat die grösste Solaranlage der Automobilbranche.
  • Die zweite Generation des SEAT Ibiza ist eines der ersten Modelle, die im SEAT Werk Martorell produziert wurden.
  • Ein hochmoderner Scanner kontrolliert in nur 43 Sekunden, ob die Oberfläche gleichmässig ist.
  • SEAT exportiert zurzeit in über 80 Länder.

- Das Werk – mein zweites Zuhause: In diesem Vierteljahrhundert verliessen das Produktionswerk in Martorell knapp 10 Millionen Autos, die SEAT zurzeit in 80 Länder exportiert. Juan Pérez beschreibt die letzten 25 Jahre so: «Wo einst leere Grundstücke waren, befindet sich heute ein Logistikpark mit mehreren Unternehmen und sogar einer städtischen Infrastruktur. Ich hätte mir nie gedacht, dass wir einmal 10,5 Kilometer Bahn und 51 Buslinien hätten. Den Grossteil meines erwachsenen Lebens habe ich in diesem Werk verbracht. Hier habe ich meine Frau kennengelernt und grossartige Freundschaften geschlossen. Es ist mein zweites Zuhause», erzählt Juan Pérez sichtlich gerührt.

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