Camping mit dem Auto – die Schweiz mal anders erleben

Ob mit oder ohne Ziel – Camping liegt eindeutig im Trend. Besonders im Sommer, wenn die Tage lang und die Nächte mild sind, packen viele ihre Campingausrüstung zusammen, um die Schweiz auf eigene Faust zu entdecken.

 

Dies ist nur mehr als verständlich. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Pauschalferien im Hotel erhalten Sie beim Campieren die Möglichkeit, jeden Tag an einem neuen Ort aufzuwachen. Es bietet Ihnen ein hohes Mass an Flexibilität und die Freiheit, zu dem Zeitpunkt und in der Geschwindigkeit weiterzureisen, die Ihnen zusagt. Dies steht im Einklang mit der generellen Tendenz der Bevölkerung, immer unabhängiger zu werden und weniger Verpflichtungen eingehen zu wollen. Das Reisen im Auto vereint genau diese Attribute, was es für viele so attraktiv macht.

Vorteile des Campierens mit dem Auto

Wer sich für Campingferien entscheidet, dem bieten sich heute viele unterschiedliche Möglichkeiten. Der eine greift klassisch zum Zelt, der andere mietet sich ein Wohnmobil und wieder andere übernachten in Bungalows. Das man auch mit seinem Alltagsauto Campingluft schnuppern kann, daran denken nur die wenigsten. Wenngleich dies doch viele Vorteile gegenüber den bereits genannten Varianten bietet.

  • Speziell gegenüber dem Zelt sticht einem die Bequemlichkeit ins Auge. Drückt Ihnen im Zelt die ganze Nacht über eine Wurzel oder ein Stein in den Rücken, so können Sie im Auto kurzerhand die Hintersitze herunterklappen und schon liegen Sie auf einer beinahe ebenen Fläche. Oder Sie machen es sich alternativ im Autositz bequem.
  • Da wäre ausserdem noch der Aspekt der Sicherheit. Auch hier hat das Auto gegenüber dem Zelt die Nase vorne. Der fahrbare Untersatz lässt sich nämlich – egal ob am Tag oder in der Nacht – abschliessen. Dies schützt nicht nur Sie, sondern auch Ihre Ausrüstung vor Überfällen und Diebstahl.
  • Alle diese Vorteile bietet ein Camper natürlich auch. Nur ist dieser um einiges grösser und auch nicht so wendig wie Ihr eigenes Auto. Demzufolge sind das effektive Fahren und Parkieren etwas schwieriger und brauchen eine Menge mehr Konzentration und Nerven. Eine Zwei-Stunden-Fahrt kann dabei unter Umständen zur richtigen Belastungsprobe werden. Aber eigentlich wollen Sie sich an Ihren freien Tagen doch entspannen, oder?
  • Als letzter, und doch bedeutender Punkt soll hier noch der Vorteil der Spontanität aufgezählt werden. Während Camper und Bungalows meist mehrere Wochen im Voraus gebucht werden müssen, steht Ihnen Ihr Auto immer dann zur Verfügung, wann Sie gerade Zeit und Lust auf ein Abenteuer haben, bzw. das Wetter auch mitspielt.

Natürlich gibt es noch etliche andere Vorteile, die einem das Auto gegenüber den anderen Campingmöglichkeiten bietet. Hier sind beispielsweise der geringere Benzinverbrauch des Autos gegenüber dem Camper zu nennen, die Möglichkeit, sein Smartphone aufzuladen (was im Zelt nicht möglich ist) oder jeden Tag an einem anderen Ort aufzuwachen. Besonders Letzteres lässt sich schlecht mit dem Campieren im Bungalow vereinen. Was alle Varianten hingegen gemeinsam haben, ist die Möglichkeit, neue Orte zu entdecken.

So schlafen Sie tief und fest beim Campieren im Auto

Was viele jedoch von dieser spontanen Reiseform abhält, ist die Sorge um den wohlverdienten Schlaf. Nichts ist schlimmer, als am Morgen früh aufzuwachen und aufgrund einer katastrophalen Nacht keine Energie für den kommenden Tag zu verspüren. Doch Camping und guter Schlaf sind gewiss keine Gegensätze. Voraussetzung ist lediglich, dass Sie ein paar Grundsätze befolgen:

  • Als erstes brauchen Sie eine passende Grundausrüstung. Eine gute Isoliermatte, ein warmer Schlafsack und ein bequemes Kissen sind ein absolutes Muss. Wem dies nicht reicht, der kann natürlich auch noch ein paar warme Socken, eine Schlafbrille und Ohropax mit einpacken.
  • Parkieren Sie an einem sicheren Ort und schützen Sie Ihre Privatsphäre. Ruhig schlafen kann nur, wer sich nicht die ganze Nacht über Sorgen machen muss. Rasten Sie deshalb an einem Ort, an dem Sie vor den Naturgewalten geschützt sind (auch im Auto lauern Gefahren wie beispielsweise Überschwemmungen oder Erdrutsche) und wo Sie nicht das Gefühl haben, dass Ihnen andauernd jemand ins Auto schaut. Hier können auch eine Plane oder das Zudecken der Fenster helfen. Aber Achtung: mit einer Plane staut sich die Hitze im Auto, was unter Umständen sehr gefährlich werden kann.
  • Dies bringt uns zu einem weiteren wichtigen Aspekt für einen guten Schlaf: die richtige Belüftung. Ohne Zufuhr von Frischluft werden Sie einerseits keinen tiefen Schlaf finden oder gar verschwitzt aufwachen. Ein guter Start in den Tag ist damit bereits misslungen. Wenn Sie hingegen Ihre Fenster einen kleinen Spalt weit öffnen, kann die Luft in Ihrem Wagen zirkulieren. Achten Sie darauf, dass das Fenster jedoch nur so weit geöffnet ist, dass kein Tier durchpasst. Zusätzlich können Sie auch leichte Tücher vor den Spalt hängen. So haben Sie im Übrigen auch Ruhe vor lästigen Blutsaugern und weiteren Insekten.

 

Wenn Sie diese Tipps befolgen, werden Sie sehen, dass auch die Nächte im Auto erholsam sein können. 

Hier campieren Sie am schönsten

Besonders in Punkto Sicherheit ist es wohl am einfachsten, auf einem Campingplatz zu nächtigen. Zusätzlich zum geschützten Umfeld bieten diese meist auch eine Grundinfrastruktur wie sanitäre Anlagen, Duschen und wenn Sie Glück haben, auch eine Küche, Waschmöglichkeiten und einen Pool. Natürlich haben wir Ihnen einige Geheimtipps zusammengestellt:

 

Wer sich fürs Campen am Bodensee entscheidet, dem bieten sich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Hier sticht jedoch der Campingplatz Seehorn hervor. Rund 2 km von Egnach entfernt, campieren Sie hier in idyllischer Landschaft und ohne den Trubel der Stadt. Mit seiner umfänglichen Ausstattung inkl. Koch- und Waschanlage lässt er dennoch keine Wünsche offen. Auch bei schlechterem Wetter ist hier für gute Laune gesorgt – Billardtisch, Tischkicker und Begegnungsraum sei Dank.

 

Wer sich nicht zwischen Stadt und Wasser entscheiden kann, der plant seinen Campingausflug am besten ins Tessin – genau genommen ins Camping Delta. Es liegt genau an der Flussmündung der Maggia in den Lago Maggiore und ist lediglich 30 Gehminuten von der Piazza Grande (Locarno) entfernt. Abgesehen von Badespass und Stadtnähe bestehen in und um den Campingplatz sehr viele Aktivitätsmöglichkeiten für Gross und Klein. Passend also für jede Altersgruppe.

 

Wer es lieber etwas ruhig mag und die Aussicht geniessen möchte, kommt beim Panorama Camping in Aeschi auf seine Kosten. Hoch über dem Thunersee im Berner Oberland lädt der Campingplatz zum Verweilen und Seele baumeln lassen ein. Perfekt, um dem stressigen Stadtleben zu entfliehen.

 

Natürlich bietet die Schweiz viel mehr als lediglich drei Campingmöglichkeiten. Eine grosse Übersicht an Plätzen bietet der TCS an. Hier finden Sie sicher einen geeigneten Übernachtungs-Ort.

Wild Campieren – dies gibt es zu beachten

Wem das Campieren auf Campingplätzen zu konventionell ist, der kann natürlich immer noch sein Auto einfach da parkieren, wo es ihm gefällt. Zumindest in der Schweiz ist wild Campieren grundsätzlich erlaubt. Es kann jedoch, je nach Kanton und Gemeinde, Abweichungen in den Bestimmungen geben. Hier müssen Sie sich unbedingt informieren, bevor Sie sich für die Nacht einrichten.

Es gelten jedoch einige Verhaltensregeln, die Sie auf jeden Fall beachten sollten:

  • Nehmen Sie Rücksicht auf Flora und Fauna. Es ist deshalb auch untersagt, in Naturschutzgebieten zu übernachten.
  • Auch im Auto sind Sie nicht vollends vor den Naturgewalten geschützt. Achten Sie darauf, dass Sie nicht von Erdrutschen oder Überschwemmungen überrascht werden können.
  • Halten Sie sich an Ruhezeiten, selbst wenn Sie weit weg von jeglicher Zivilisation campieren. Auch Tiere brauchen ihre Ruhe.
  • Campieren Sie nicht auf Privatgrundstücken – hierzu zählen auch Wiesen und Weiden von Bauern.
  • Hinterlassen Sie keinen bleibenden Eindruck. Beschädigen Sie die Natur nicht und nehmen Sie Ihren Abfall wieder mit.

Wenn Sie diese Regeln befolgen, werden Sie Ihren Ausflug sicher ohne unangenehme Zwischenfälle geniessen können. 

In welchem Auto lässt es sich am besten Campen?

Abschliessend stellt sich noch die Frage, in welchen Automodellen sich die Campingferien am besten geniessen lassen. Wer einen längeren Campingausflug plant, der wird wohl auch die eine oder andere Ausrüstung einpacken. Kochutensilien, Proviant, Kleidung für alle Wetterlagen, alles, was es für die Übernachtung braucht und nicht zu vergessen: Badetücher, Navigationsgeräte und ein gutes Buch. Da kommt so einiges zusammen.

 

Für einen Campingausflug empfiehlt sich deshalb ein etwas grösseres Modell, wie der VW California, der Multivan, ein Caddy oder ein VW Touran. Sie bieten genügend Stauraum für alles, was Sie in Ihren Ferien brauchen und lassen sich zudem schnell für die Nacht umfunktionieren. Als kleiner Zusatz obendrauf können Sie sich in diesen Modellen – je nach Körpergrösse – in der Nacht komplett ausstrecken.

 

Doch auch wenn Sie sich nun für ein anderes Modell entschieden haben, dann lassen Sie sich davon nicht von Ihrem nächsten Campingausflug abhalten. Denn am Ende gilt immer: Egal ob gross oder klein, passend muss es sein. Wir wünschen schöne Ferien!