10 Tipps, wie Sie mit ihrem Smartphone Autos fotografieren

Reinigen Sie Ihr Auto und suchen Sie einen geeigneten Ort. Einfach, oder? Doch das ist erst der Anfang. Der professionelle Fotograf Julian Calverley nahm den ŠKODA OCTAVIA SCOUT mit auf einen Ausflug in die atemberaubende Natur von Wales und teilt nun zehn Tipps mit Ihnen, die Ihre Smartphone-Fotos auf ein ganz neues Level heben.

1. Denken Sie wie ein Profi

Es ist egal, ob Sie ein Smartphone oder eine Kamera in der Hand halten. Sie wollen Fotos schiessen wie in Profi? Dann müssen Sie denken und handeln wie einer.

 

Seien Sie gut ausgerüstet und bereit, Ihre Komfortzone zu verlassen. Sie müssen vielleicht Flüsse überqueren, schlechtes Wetter ertragen oder ein paar Tage abseits der Zivilisation verbringen.

 

Ich habe immer gutes Schuhwerk, wasserdichte Taschen für die Ausrüstung, einen portablen Akku, um die Akkulebensdauer zu erhöhen, und einen Schirm, um bei Regen fotografieren zu können, dabei. Und ich akzeptiere keine durchschnittliche Kulisse.

2. Starten Sie früh und folgen Sie der Sonne

Es gibt einige tolle Apps wie Sun Seeker oder Lumos, die Ihnen genau anzeigen, wann und wo die Sonne auf- und untergeht. Im Morgengrauen und in der Dämmerung herrscht ein weiches Licht, dass die Formen des Autos betont und für grossartige Reflexionen sorgt. Aber das Zeitfenster ist klein, und Sie müssen vorbereitet sein. Sie werden auch etwas Zeit benötigen, um das gesamte Auto zu reinigen, bevor Sie beginnen. Schmutzige Autos sehen selten gut aus, nehmen Sie also genug sauberes Wasser und Tücher mit. Falls das Auto sichtbare Kratzer hat, sollten Sie sich auf die andere Seite des Autos konzentrieren.

3. Halten Sie es einfach

Nutzen Sie die Einfachheit Ihres Smartphones zu Ihrem Vorteil. Keine Ausrüstung zur Auswahl, nur einfache Einstellungen und nur die grundlegenden Apps. Fokussieren Sie sich auf die Fotos und lassen Sie sich Zeit.

 

Lassen Sie den Ort und seine Atmosphäre auf sich einwirken: Schauen Sie sich um, anstatt mit Ihrer Ausrüstung zu spielen. Darum geniesse ich das Fotografieren mit dem Smartphone so sehr. Es ist ein einfacher und übersichtlicher Prozess, für den nur ein einziger Ausrüstungsgegenstand sowie eine einzige App (ich nutze Snapseed) für die Nachbearbeitung benötigt wird. Das hilft mir, mich darauf zu konzentrieren, was ich erreichen will, und ich werde nicht durch unzählige Möglichkeiten abgelenkt.

 

 

 

4. Behalten Sie das grosse Ganze im Auge

Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Die besten Bilder sind die, die auch gut als Vorschaubilder oder als Miniaturen funktionieren. Insbesondere auf Social Media sollte das Bild ins Auge fallen, auch wenn es sehr klein ist. Verlieren Sie sich also nicht in Details, und teilen Sie die gesamte Kulisse in einfache Motive auf. Versuchen Sie, auf das Bild zu schielen – das funktioniert bei mir super. Ich suche immer dramatische Orte mit starken Führungslinien, die das Auge durch ein Bild leiten und seine Wirkung vergrössern.

 

 

 

5. Perfektes Wetter ist nicht immer perfekt

Ein klarer blauer Himmel ist wunderschön, aber auf dem Bild kann er ganz schön langweilig wirken. Beeilen Sie sich nicht, besuchen Sie einen Ort lieber mehrmals. Anderes Licht, andere Wetterbedingungen oder eine andere Jahreszeit können einen Ort komplett verändern. Wolken, Regen, Schnee oder Hagel bringen Dramatik in eine Szene. Regen, Dunst und Nebel sorgen für Tiefe, Schlichtheit und Atmosphäre und können so eine lebhafte Kulisse schlagartig ganz ruhig erscheinen lassen. Regen oder Dunst heben das Auto aus einer lebhaften Szene hervor und lenken so den Fokus auf das Fahrzeug selbst. Und Regentropfen auf der Motorhaube sehen zudem auch noch toll aus!

 

6. Finden Sie die beste Perspektive

Gleich vorab: Zoomen Sie nicht. Anstatt an einer Stelle zu stehen und zu zoomen, sollten Sie sich um das Auto herumbewegen und verschiedene Perspektiven mit Ihrer Primärlinse ausprobieren. Eine kleine Verschiebung kann das visuelle Gewicht und die Wirkung der Fahrzeuglinien komplett verändern. Experimentieren Sie auch mit der Nähe zwischen Kamera und Auto. Ein Auto in einer riesigen dramatischen Landschaft zu platzieren, kann für das Verständnis der Grössenverhältnisse hilfreich sein. Die Drittel-Regel ist eine wohlbekannte Technik, aber eine, mit der Sie Ihre Bilder erheblich verbessern können. Das menschliche Auge wird angezogen von Bildern, die in Drittel aufgeteilt sind. Dies sollte in den Hauptelementen eines Fotos aufgegriffen werden.

7. Auch Autos haben Augen

Wenn Sie ein Foto von einer Person machen, ist die beste Perspektive meist auf Augenhöhe. Bei Autos ersetzen die Scheinwerfer die Augen. Die Vorderräder sollten direkt von vorne abgelichtet werden oder, wenn mehr Sportlichkeit ins Bild gebracht oder die Bremsscheiben in Szene gesetzt werden sollen, von der Kamera weggedreht. Es sieht besser aus, wenn man den Pneu nicht sieht. Schalten Sie nicht die Scheinwerfer ein – dezentes Standlicht oder LED-Tagfahrlicht hat eine viel bessere Wirkung. Von hinten sieht es jedoch immer besser aus, wenn das Licht eingeschaltet ist. Führungslinien wie Strassen oder Brücken verleihen ein Gefühl von Geschwindigkeit oder Bewegung.

8. Gänsehautmoment

Ich neige dazu, Dinge oder Orte zu fotografieren, die mich begeistern. Normalerweise suche ich also einen aufregenden Ort, an dem gerade dramatisches Wetter herrscht. Die Gezeiten, das Wetter und das Licht werden eins. Das ist dann für mich der Gänsehautmoment. Es ist wie Fischen – man plant und hofft auf etwas. An manchen Tagen hat man Glück, an anderen nicht. Als Landschaftsfotograf erkunde ich immer zuerst den Hintergrund und platziere erst dann das Auto in der Szenerie. Ich starte also von hinten in der Komposition und arbeite mich dann nach vorne, wobei ich sicherstelle, dass Hintergrund, Mitte, Auto und Vordergrund alle gut miteinander harmonisieren.

9. Halten Sie auch die Nachbearbeitung einfach

Ein Grund, warum das Fotografieren und Bearbeiten mit dem Smartphone so viel Spass macht, ist die Einfachheit und die Spontanität des gesamten Prozesses. Vor diesem Hintergrund halte ich die Dinge einfach und nutze nur zwei Apps auf meinem Smartphone. Ich nutze die Kamera-App des Smartphones, mit der ich die Belichtung prüfe und so wann immer möglich Reflexe vermeide. Ausserdem nutze ich Snapseed für die Nachbearbeitung. Der gesamte Prozess kann einfach sein: Fotografieren mit der Kamera-App > Foto speichern > in Snapseed (oder in ein anderes Programm wie Lightroom) importieren > finale Datei exportieren > auf Instagram oder Facebook teilen und eine Kopie auf einem Cloudservice wie Dropbox oder Google Drive zur Archivierung speichern.

10. Finden Sie Ihre Nachbearbeitunsroutine

In Snapseed befolge ich nach dem Importieren des Bildes normalerweise diese Schritte: Struktur und Schärfe nach Belieben anpassen > Vignette hinzufügen, um die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken und das Auge durch das Bild zu leiten > einen dezenten Strukturierungsfilter darüberlegen, der auch eine Farbstufe hinzufügt (warm, kalt usw.) > einen Weichzeichnungsfilter darüberlegen, um die Digitalität des Fotos zu reduzieren > für den Feinschliff einige Abwedlungs- und Nachbelichtungsebenen erstellen. Genau das haben wir auch früher gemacht, wenn wir Fotos in der Dunkelkammer entwickelt haben. Bei den finalen Bildanpassungen geht es normalerweise um Ambiente und Sättigung.

 

Über Julian Calverley

Landschafts- und Werbefotograf

Julian Calverley (geboren 1964 in Hertfordshire) ist ein erfolgreicher Landschafts- und Werbefotograf. Obwohl er oft mit hochwertigster professioneller Ausrüstung arbeitet, schätzt er auch die Einfachheit des Fotografierens mit dem Smartphone. Er ist Autor des Buches #IPHONEONLY, und dank seiner Fotos profitiert er auch von einer grossen Bekanntheit auf Instagram. Julian besitzt eine Leidenschaft für dramatische Landschaften und Personen, ausserdem ist er gern offroad unterwegs. Folgen Sie ihm auf Instagram!

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